Eine Utopie.

Ich habe letztens überlegt, wie es wohl wäre, wenn das Berufsprestige komplett andersherum wäre? Hier eine kleine Geschichte, wie ich mir das vorstelle:
Es ist 7 Uhr morgens und Rita Reinigungskraft erwacht in ihrer Wohnung. Gestern hat sie wieder viel gereinigt und die Innenstadt ist durch sie und ihr Team viel sauberer geworden. Die Einwohnerinnen sind sehr zufrieden, was die letzte Stadtumfrage zeigt. Sie ist sehr dankbar, dass sie diesen Job ausüben darf und nicht den ganzen Tag in einem kleinen Raum sitzt und täglich, isoliert von anderen Menschen, sich ein moralisch verwerfliches Geschäftsmodell überlegt, um den sinnlosen Abbau von Rohstoffen zu fördern und auch noch Menschen auszubeuten – gefangen in dem Glauben, dass Geld alles ist. Doch natürlich sind auch diese Berufe wichtig, um den Menschen zumindest eine Perspektive zu geben. Denn sie durften nicht an den Schulen lernen, was wichtig ist, um ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen. Wer wenig besitzt, wird hier sehr respektiert und ist hoch angesehen. Es gibt einen, der hat 100 Autos, und manchmal nimmt jemand eins an, um ihm von dieser Last der ganzen Kosten etwas abzunehmen. Doch es ist ein Teufelskreis, da er sich immer dann wieder ein neues Auto kauft! Hier genießen z. B. Reinigungskräfte, Erzieherinnen, Bauern und Handwerker einen guten Ruf, und jedes Kind versucht später, einen dieser Berufe zu erlernen. Doch es ist nicht leicht. Die Ausbildungen erfordern ein hohes Maß an körperlicher Fitness und sozialen Kompetenzen. Diese werden meistens nur an privaten Schulen gelernt. Wie der Name sagt, wird hier im Grunde Minimalismus gelehrt. Die ganze Ausbildung baut nah an dem Menschen selbst und seinen Bedürfnissen auf. Im Vordergrund stehen vor allem der Austausch und der Umgang mit der Umwelt und den Menschen. Da diese Fähigkeiten nicht messbar sind, schaffen die wenigsten es bis zum Abschluss und verzweifeln aufgrund der fehlenden Bestätigung. Sie steigen im schlimmsten Fall in die Versicherungs- oder Finanzbranche ein. Das passiert aber eher selten, und es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, um diese Menschen aus dem Niedriglohnsektor rauszuholen und ihnen mehr Perspektiven zu bieten. Meistens fängt es damit an, dass sie erst einmal Manager werden.
Natürlich funktioniert die Welt nicht so, aber wir haben uns das als Menschen so aufgebaut. Es hätte theoretisch anders ausgehen können.
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Geschrieben von Lali Sana
Veröffentlicht am: 12.8.2025Profil ansehen
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