Kursiv Platform Logokursiv.

Weg damit.

Lali Sana 14.9.2024 • Lesezeit: 2 min
|

Seit einigen Jahren lebe ich, im Vergleich zu meinem früheren Ich, einfacher. Es war ein heißer Sommertag und ich wollte einfach nichts mehr sehen. Mein Job hatte mich ausgebrannt und ich hatte nichts mehr von den Dingen, die ich mir anschaffte, da ich ständig müde und verspannt war. Da muss ich durch, dachte ich. Anderen geht es viel schlechter, nicht meckern. Überall machen sich die Leute die Knochen kaputt. Doch den anderen geht es durch mein Leid nicht besser.

Also gut. Ich habe ständig irgendwas gekauft. Meine Gedanken kreisten sich um Sachen, die ich anscheinend benötigte und Sachen, die ich bereits besaß. Ich hatte keine Kapazitäten für mich selbst.

Mir war das irgendwann alles zu viel und ich habe Sachen verkauft, gespendet oder weggeworfen. Und das behalten, was ich wirklich brauchte und wollte. Nach einigen Wochen hatte ich den Raum mich mit mir selbst zu beschäftigen. Gefällt mir mein Job überhaupt noch? Welche Personen möchte ich mal wieder sehen? Was ist mir in meinem Leben wichtig? Davor habe ich es mir einfach gemacht und eine Lebensvorlage übernommen. Doch diese Vorlage ist für mich ein Albtraum. Zum Glück habe ich mich mal damit auseinander gesetzt.

Mir begegnete im Internet ein Titel, der mich angesprochen hat. Ich weiß nicht, was der Inhalt des Buches ist und will es nicht lesen. Der Titel lautet Life after tech. Und ich dachte: Stimmt, was ist danach? Kann ich überhaupt was anderes? Bin ich echt nur mein Beruf?

Dann wurde ich wütend auf die Stimmen: Du musst deinen Job behalten. Ich möchte aber nicht. Du musst, du musst, du musst... hörte ich in meinem Kopf. Verrückt, wie manchmal wichtige Lebensentscheidungen getroffen werden.

Ich nehme viel mehr Möglichkeiten als damals wahr. Sie sind immer da gewesen und ich wollte sie nicht sehen. Ich wollte nichts verlieren. Doch eigentlich hatte und habe ich gar nichts... Welchen Wert kann ein Gegenstand haben, wenn ich dafür mein ganzes Leben unglücklich bin? Ich schaue mal, was das Leben so bringt.

|

Kommentare

Was denkst du?

Melde dich an um deine Gedanken zu teilen.

Geschrieben von Lali Sana

Veröffentlicht am: 14.9.2024
Profil ansehen

Kunst & Design

Wolltest du auch schon mal einen Artikel schreiben?

Mehr Stories von Lali Sana

12/? Ideen

Schreibwarengeschäft eröffnen (z. B. Wie Tools To Live By)

31.8.2026 Lesezeit: 1 min

Viel Glück. Schwein gehabt.

Für Glück gibt es Symbole wie das vierblättrige Kleeblatt, was sicher vielen bekannt ist. Meine Eltern sind aus Laos und es gibt eine Zeremonie namens „Phook Kaen". Hier werden weiße Baumwollfäden, welche meist einen Knoten in der Mitte haben, einer anderen Person um das Handgelenk gebunden. Wieso? Bei dieser Zeremonie werden so die 32 Schutzgeister des Körpers sanft an den Menschen gebunden, um Glück, Gesundheit und Harmonie für besondere Lebensabschnitte zu sichern. Andere Farben wie orange oder rot gibt es ebenfalls. Meine Mutter bindet mir diese meistens nach Neujahr im April um das Handgelenk. Das gibt mir tatsächlich das Gefühl, mein Leben irgendwie auf die Reihe zu kriegen.

22.8.2026 Lesezeit: 2 min

Eine Utopie.

Ich habe letztens überlegt, wie es wohl wäre, wenn das Berufsprestige komplett andersherum wäre? Hier eine kleine Geschichte, wie ich mir das vorstelle:

4.4.2026 Lesezeit: 2 min

Yoga.

Ich praktiziere seit ein paar Jahren regelmäßig Yoga. Am Anfang habe ich es als Sport kennengelernt, der mich Zeit und Energie kostet. Ich wurde dadurch aber fitter. Da ich pummelig und ungelenkig geworden war, ist das für mich einfach eine Entscheidung gewesen beide Probleme anzugehen. Die Stunden waren sehr fordernd. Nach dem ich mit der Zeit mehr verschiedene Yoga-Arten/Yoga-Studios ausprobiert habe, hat sich meine Einstellung dazu gewandelt. Und damit auch mein Wohlbefinden. Egal, ob es nun anstrengend ist (Hatha und Vinyasa) oder sehr entspannend (Yin) – während und nach der Praxis bin ich entspannt und ruhig. Irgendwie hat Yoga meine Unruhe und Wut gezähmt. Es gibt so viele Dinge auf der Welt, die wichtig und schön sind. Vermeintlich kleine Dinge.

18.4.2025 Lesezeit: 2 min

Das Leben als Weg.

Heute Morgen habe ich mich hingesetzt und fühlte in mir das Gefühl des Fortschritts. Es kam mir so vor, als ob ich mir selbst einen Schritt näher gekommen wäre. Das hängt eventuell damit zusammen, dass ich mich in den letzten Monaten viel mit mir selbst beschäftigt habe. Dieses Gefühl möchte ich in Worte fassen:

24.10.2024 Lesezeit: 2 min

30 Jahre auf der Erde.

Nun habe ich das Glück bereits 30 Jahre auf diesem Planeten leben zu dürfen. Was ich bisher über mich gelernt habe:

6.10.2024 Lesezeit: 2 min

Alles von Lali Sana ansehen

Beliebte Stories auf Kursiv