Veränderungen (Teil II)
Fortsetzung von "Wege zur Spitzenklasse" von Lightning Star am 12.12.2024
Im Leben ist das so eine Sache mit den “Veränderungen”. Erst mal ist da nichts "Besonderes". Es erscheint einem alles in Ordnung zu sein. Man schreitet voran, nimmt Dinge wahr, erlebt Situationen und erfährt sie. Erst nach einer bestimmten Zeit, wenn man bemerkt, dass sich gewisse Dinge in bestimmten Situationen wiederholen - und auch - einen manche inneren “Zustände” dazu drängen sich weiter entwickeln zu wollen, kommt der Mensch nach einer bestimmten Zeit darauf, wie er schlussendlich zu dieser bestimmten Situation steht. Was er dazu fühlt und wie es sich für ihn anfühlt. Ich glaube kaum, dass es einen Menschen auf dieser schönen Welt gibt, dem etwas - sei es gut oder schlecht - widerfährt und sofort weiß: “Das möchte ich so wieder erleben.” oder “Das möchte ich so nicht nochmal erfahren. Ich entscheide mich dazu, dass ich es das nächste Mal anders mache.” Nach dem “ersten Mal” oder unmittelbar in der Situation - glaube ich nicht, das jemand dazu in der Lage ist. Das Bedarf Erfahrung, Beobachtung, Selbstreflexion sowie auch Selbstbewusstsein.
Erst wenn man nach dem - vielleicht ersten - Mal ähnliche Umstände hat, jedoch die Situation ganz anders ausgeht. Dann erst kann man sich den Unterschied vergegenwärtigen: “Die Erfahrung beim ersten Mal hat mir besser - oder eben - weniger gut gefallen. Irgendwas war dieses Mal anders / oder gleich.” Jemand wie ich macht sich dann vielleicht noch weiterhin Gedanken, woran das gelegen haben könnte, was der Ursprung der beiden Situationen war. Oder der “Ur-Punkt”, die “Grund”- Lage wie es im Deutschen so schön heißt: “Man geht der Sache / der Situation - im wahrsten Sinne des Wortes - auf den Grund.”
Und dann erkennt man - vielleicht - bis zu welchem Punkt, war ich noch in Anbindung mit mir und an welchem Punkt bin ich dann abgebogen. Wohin bin ich abgebogen, und wieder; aus welchem Ursprung, aus welchem Grund heraus? Warum?
Na ja. Und so geht man weiter und weiter. Umstände ändern sich und gewisse Umstände vertiefen sich, die wir wollen, dass sie bleiben. Aber: Wie ist es unmittelbar in dem Punkt der Veränderung? Und ich schreibe bewusst nicht “an dem” Punkt der Veränderung, was grammatikalisch korrekt wäre, sondern:
Wir, Menschen, befinden uns dann “in” einem Punkt, konkret “in” einer Situation, “in” einem Thema.
Wenn man das trainiert hat, schafft man es vielleicht sogar in der Situation zu sein und gleichzeitig die Vogelperspektive einzunehmen. Der Vogel, der nach Innen blickt, woher er kam, der Vogel, der Ausschau hält, nach etwas, was für ihn besser wäre, wohin er vielleicht sogar schon weiß, dass er gehen möchte und der Vogel, der jetzt gerade da steht, wo er steht. - Wenn man so möchte also “drei” Vögel. :D - So viel zu: “Du hast wohl einen Vogel” - “Nein. Ich habe mindestens drei Vögel”: Einmal die Passagiere, die im Flugzeug sitzen und sich unmittelbar in der Situation befinden, in der sie sind, einmal den Piloten, der uns dahin bringt, wo wir ankommen - ob wir da ankommen, wo wir ankommen möchten, steht nochmal auf einer ganz anderen Seite - und einmal den Co-Piloten, der alles rundherum abcheckt.
Das wäre das Ideal. Was nicht immer sofort funktioniert, da wir Menschen ja auch fühlen.
Und Gefühle brauchen halt ihre Zeit und ihren Raum. Ansonsten wären wir Maschinen. Sind wir aber nicht. Auch wenn es vielleicht Menschen gibt, denen diese Aussage jetzt gerade nicht unbedingt passt. Es geht jedoch nicht anders. Wobei Maschinen auch nicht immer geradlinig funktionieren. Also selbst eine Maschine hat ihre Macken und braucht eine Pflege. So brauchen auch wir unsere Pflege: Die Kur für die Haare, die Gefühle für unsere Seele und für unseren Lebensweg. Ohne unsere Gefühle hätten wir keine Entwicklung und keinen Kompass, der uns immer wieder gütig und geduldig dazu einlädt nochmal genauer hinzuschauen. Nochmal genauer zu hinterfragen, tut mir das wirklich gut? Ist es das, was ich wirklich brauche?
Wenn man auch so ist wie ich, dann läuft man manchmal Gefahr, dass man an dieser Stelle stehen bleibt, da man schon partout dazu neigt alles “schwarz” zu sehen. Da kommt dann ganz häufig ein: “Eigentlich ja, aber…” Auch diese “Ja Abers” sind verdeckte Gefühle. Gefühle der Sorge. Gefühle der Angst. Und - aus meiner eigenen Erfahrung - “leider” (erst mal) genau der Weg, der uns die Richtung vorgibt da durch zu gehen. Oftmals wenn es ein “Ja” vor dem “aber” gibt, möchte das Gefühl es, dass wir den Schritt ins “Ja” gehen und von dort aus erneut schauen: Was kommt auf uns zu, welche Situation bietet sich mir an, wie möchte ich von da aus weitergehen?
Wir müssen ja nicht gleich in das “Ja” und “Aber” gehen. Sondern können auch einfach erst mal in dem “ja” stehen bleiben und offen schauen, was von da aus passiert. Was sich uns in dem Punkt anbietet. Wir müssen die Geschichte nicht alleine schreiben. Wir können den Stift dann auch mal abgeben und jemand anderen den nächsten Satz schreiben lassen.
Und dann ist man also an / in dem Punkt, an / in dem man bemerkt, so möchte ich das nicht mehr weiterführen. So möchte ich, wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, es nicht nochmal erfahren. Eine Redewendung, die ich über die Zeit gelernt habe zu verstehen ist:
Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen.
Mir geht es "noch" gut, alle sind glücklich und freuen sich um Dich herum und dann kann man in Frieden sagen: "Okay; schaut mal, ich habe das und das die letzten Jahre genossen und bin dankbar dafür, dass… und jetzt merke ich jedoch, dass…” zum Beispiel. Wie Dein Umfeld jeweils reagiert, ist ihre Sache. Und wenn Du ein Umfeld hast, welches mit Dir schwingt und räsoniert, wird es genau auf der Ebene reagieren, wie Du selbst reagieren würdest, wenn Dir ein guter Freund von seinen Plänen erzählen würde.
Ähnlich auch in “größeren” Situationen - und jetzt kommt das "Spannende": Um etwas Kämpfen. Tja… wie ist das, mit dem “um etwas zu kämpfen”? Kampf. Die meisten von uns verbinden Kampf mit Mühe, etwas, was sich vielleicht größten Teils “schlecht” anfühlt. Etwas, wofür man sich erst mal beweisen muss. Puh… ein eher nicht so schönes Gefühl. Nicht wahr?
Was, wenn wir den Kampf jedoch in einem anderen Licht betrachten? Für etwas zu kämpfen, weil man es gerade anders innerlich fühlt, als das Außen vorgibt, wie es zu "scheinen" hat, wie eine bestimmte Situation - mit ihren ganzen Bedingungen - gerade ist. Da wird es spannend.
Gerade Menschen, die in starren Systemen aufgewachsen sind, und denen lange weis gemacht worden, das es entweder nur gut oder schlecht und nur weiß oder schwarz gibt, neigen dazu zu vergessen, dass sich Dinge in einer Bewegung der permanenten Veränderung befinden. Dass nicht ewig eine Baustelle, Baustelle bleibt, sondern das gerade daran gearbeitet wird, dass diese Stelle eines Tages leichter begehbar oder befahrbar ist oder gar ein Haus oder anderes darauf steht. Das Gleiche gilt auch für den Beruf. Natürlich werden wir nach einem Jahr Berufserfahrung nicht die gleichen Umwege gehen, wie zu Beginn, um dorthin zu gelangen, wo wir hinkommen möchten. Auch im Sport, in der Kunst, beim Gesang - natürlich wird sich unser Körper heute beim Üben, beim Training elastischer anfühlen als er sich gestern angefühlt hat als wir nach mehreren Wochen Urlaub wieder zurückgekommen sind. Auch bei Bewerbungen, bei Vorsingen - natürlich werden wir beim nächsten Vorsingen, bei der nächsten Bewerbung mit einem ganz anderen Standing und in einer ganz anderen Ruhe singen und sprechen können als wir es bei unserem ersten Mal gewesen sind. Und, und, und...
Und wenn wir das einmal begriffen haben, wenn wir diesen Prozess der ständigen Wandlungsfähigkeit, die bei uns allen natürlich gegeben ist, für uns erkannt und vor allem anerkannt haben. Dann wird aus "dem" Kampf auf einmal Wachstum. Und zwar nicht nur für uns selbst - und jetzt kommt das Entscheidende - in diesem Moment des Er-Lebens einer solchen Veränderung für unser eigenes Leben entsteht auf einmal auch der Raum für eine Veränderung des Außen. Und RAUM entsteht dort, wo Grenzen ausgedehnt worden sind und sich ausgeweitet haben, wo eben erst mal Wege gegangen wurden, die die Grenzen ausgedehnt und den Raum weit gemacht haben; eben durch Veränderung. Und jetzt spreche ich hier nicht von Märtyrertum - Achtung: Märtyrertum hat für mich etwas, was nicht in Anbindung mit mir selbst geschieht. Sondern sehr viel aus dem “Retter-Syndrom" heraus. Ich meine hier ein Gefühl der tiefen innerlichen Anbindung an sich selbst, für das man losgeht; weil man hinter dem steht, was man fühlt; weil man gar nicht mehr anders kann. Weil man dafür brennt. Weil man die tiefe Überzeugung im Herzen fühlt, dass das - trotz aller Widerstände, die sich Dir im Außen zeigen - genau das ist, wo man hingehört. Weil man es "eigentlich" -schlussendlich und um es kurz zu fassen - weiß, dass es genau das ist, wofür man bestimmt ist. Und das reicht schon. Das ist schon genug. Nur Du selbst musst es wissen. Nur Du selbst musst diese tiefe Überzeugung in Dir fühlen. Nur das zählt. Nur darum geht's. Und dann wird das “sich im Außen erst mal beweisen müssen” zu einem: das Innere in sich so ausdehnen lassen, dass es auf einmal sichtbar für andere wird und sich dadurch automatisch zeigt, und immer wieder von Neuem zeigt, wie die eigene innere Welt, der innere Standpunkt, die “Vision” in einem ist. Und das wiederum kann tatsächlich zu einer Veränderung nicht nur in Deinem Leben sondern auch in dem Leben vieler anderen führen - und diese eine Veränderung in den vielen anderen Leben führt letztlich zu einer großen Veränderung im Außen. Und so ist das eben mit der Veränderung.
Veränderung ist (erst mal !!!) nicht angenehm. Aber sie ist notwendig, um weitergehen zu können. Sie ist nötig, wenn man sich entscheidet in der Essenz seiner Wahrheit und damit verbunden eben auch in Anbindung mit sich selbst leben zu wollen.
Das ist Veränderung. Es ist der Wille zum eigenen Leben.
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Melde dich an um deine Gedanken zu teilen.Geschrieben von Lightning Star
Veröffentlicht am: 5.9.2026Profil ansehen
Darstellende Künstlerin mit Musik im Leben und im Beruf.
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