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Unsere Gesellschaft ist krank

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Ebrilosch 11.2.2026 • Lesezeit: 3 min
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Es wird nach F+ oder ähnlichem gesucht, ein Funke Selbstbestätigung als Flucht aus dem Alltag. Keine Tiefe mehr, kein Verstehen, Auseinandersetzen, Verbundenheit oder gar sich verletzlich zeigen.

Kurze Videos und witzige Tierbilder oder Ausschnitte aus Filmen haben unsere Aufmerksamkeitsspanne gekürzt. Bücher hören wir nebenbei, anstatt sie zu lesen. Währenddessen trainieren wir unsere Körper, um den gesellschaftlich auferlegten Selbsthass zu zelebrieren und ein perfektes Bild für irgend ein sozial Network präsentieren zu können. Der stetige Zwang nach Bestätigung von außen, um die innere Unruhe zum Schweigen zu bringen. Jeden Moment des Lebens festhaltend.

Momente werden nicht mehr im Gedächtnis behalten, sondern auf dem Smartphone. 100k Follower und man sitzt alleine in einer Bar um Selfies zu machen, dass man dort war. Die Illusion eines spannenden Lebens aufrechterhalten anstatt es wirklich zu erleben.

Wenn man dann Mal wirklich jemand findet, der einem das Gefühl gibt gesehen zu werden. Jemand der wirklich da ist. Jemand der vielleicht sogar versteht, dann kommen die Verlustängste. Wir verbiegen uns, passen uns an und wollen gefallen, ob einer Einzelperson oder der Gesellschaft.

Ich Frage mich wann wir alle das letzte Mal ein richtiges Gespräch geführt haben. Eigene Ansichten, die sich reiben dürfen, ausgetauscht, Gefühle ausgesprochen oder Prinzipien diskutiert haben.
Wir alle suchen nach etwas echtem und füttern gleichzeitig, weil man ja gesehen werden will, die Maschinerie mit weiteren Illusionen, Lügen und Fakes. Der Dschungel durch den man sich dabei kämpfen muss ist voller Stolperfallen und Gruben.

Alle möglichen, irgendwann einmal notwendig gewesene, Arten von Schutzmechanismen, die ihren eigentlichen Zweck überlebt haben und das gesamte Konzept ad absurdum führen, indem es nicht mehr einfach nur schützt, sondern uns isoliert.
Wenn es nicht passt, die nächste Person ist nur einen Wisch entfernt.  Kurzlebigkeit selbst in dieser Logik, weil der einen Falle ausweichen bedeuten kann in die nächste rein zu stolpern, auch wenn man niemals von sich aus überhaupt auf dieser Position gelandet wäre.

Es wurde vergessen, dass etwas echtes auch wehtun kann. All dieser Schutz und der Wunsch nur das Beste und schönste und - was weiß ich – haben zu wollen sperrt man mit aus. Schmerzen und Verletzungen als der ultimative Abturner und Feind, anstatt daraus zu lernen stellen wir weitere Fallen dafür auf. Eine Kaskade an Hindernissen zum Selbstschutz, aber wehe dein Gegenüber ist kein offenes Buch.

Vertrauen muss man sich verdienen, das kann man doch nicht einfach so Mal bekommen. Ich könnte enttäuscht werden, also zwinge ich mein Gegenüber in Rollen und Situationen die gegebenenfalls niemals relevant geworden wären, um zu sehen ob die Person es wirklich wert ist.

WAS? Du kommst erschöpft, ausgelaugt und platt bei mir an? Ne, so jemand will ich nicht. Das muss dir schon leichter von der handgehen bis zu mir durchzudringen. Dann bist du einfach der falsche. Sry, next….

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Geschrieben von Ebrilosch

Veröffentlicht am: 11.2.2026
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Ich habe angefangen zu schreiben um meine Gedanken zu sortieren. Es hat sich herausgestellt, dass vielen meine Texte gefallen und jetzt teile ich sie hier. Kein Anspruch auf Richtigkeit meiner Meinung oder allgemeingültige Darstellungen. Was ich fühle und wie ich es denke, aus dem Kopf aufs Blatt. Ungeschönt und roh.

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