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C’est la vie

MF
Manuela Frenzel 19.9.2026 • Lesezeit: 4 min
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Am 14. März 2025 schrieb ich auf Kursiv meinen ersten Artikel mit dem Titel "Warum ich schreibe".

An diesem Tag ahnte ich nicht, was die nächsten eineinhalb Jahre mitbringen würden.

So gern wollte ich weiterschreiben, meine Gedanken festhalten, Beobachtungen teilen und meine Erlebnisse erzählen.

Doch, sobald ich vor dem PC sass, blieb mein Kopf still.

Nicht, weil ich nichts denke oder nichts erlebt habe. Im Gegenteil. Ich möchte vieles davon gern mit Euch teilen.

In den letzten Monaten habe ich viel gelernt. Auch über mich.

Wie schnell sich ein geplanter Alltag verändern kann. Wie viel Kraft es kostet, wenn der eigene Körper Grenzen setzt. Wie es ist einen Menschen durch eine schwere Zeit zu begleiten und dabei selbst weiter funktionieren zu müssen.

Und nein, dafür brauche ich keine psychologische Beratung. Für mich ist es selbstverständlich, füreinander da zu sein.

Ich kenne allerdings auch die andere Seite. Wenn Menschen gehen, gerade dann, wenn man selbst ein schweres "Packl" zu tragen hat.

Einiges davon begleitet mich bis heute.

Ich schreibe schon seit vielen Jahren Texte, Gedanken und Geschichten. Freie Texte und auch fachliche Texte, die erklären oder einordnen. Mit letzterem verbindet mich mein Beruf.

Obwohl, ist das überhaupt noch ein Beruf?

Aber zurück zu meinem heutigen Thema "C'est la vie".

Wer liest heute noch im Internet Texte von Menschen, die für Menschen geteilt werden?

Ohne Ablenkung. So, wie das Internet einmal gedacht war: als Ort, an dem Menschen etwas miteinander teilen.

Diese Frage kreist in meinem Kopf, wenn ich Glace zubereite, Brot backe, dusche oder an meiner beruflichen Ausrichtung arbeite. Vom Schreiben kann man nicht mehr leben.

Früher sagte es meine Mutter, als ich mein Lehrgeld in Kunstunterricht investierte. "Kind, lern einen Beruf, mit dem du deinen Lebensunterhalt verdienst.". Ja und so kam es dann auch, nur damals ohne Berufswahl-Möglichkeit.

Ich lese gern, wenn ich entspannt irgendwo liege oder im Spital-Park warte. Ab und zu schauen mich dort die kleinen süssen Augen von Blaumeisen an, dann öffnet sich mein Herz und ich teile mit ihnen meine Nüsse.

Manchmal lese ich bewusst, um eine Auszeit vom digitalen Leben zu nehmen. Ich liebe das haptische Gefühl eines Buches in meiner Hand. Und diese besondere Ruhe im Kopf, die sich einstellt, wenn für eine Weile nichts blinkt, nichts aufpoppt und niemand etwas von mir möchte.

Auf dem Rückweg vom Spital nach Hause rast die Landschaft am Autofenster vorbei. Genauso rast das Leben plötzlich mit 53 Jahren. Und ich frage mich, ob ich wirklich weiterschreiben und teilen möchte, was in meinem Leben geschieht.

Es trifft mich, wenn Menschen einem nicht glauben, welche Wege man selbst gegangen ist, nur weil diese bewegend klingen.

Andere finden solche Geschichten vielleicht langweilig. Vielleicht weil ihre Vorstellung von einem spannenden Leben davon geprägt ist, was nach aussen aufregend erscheint.

Menschen setzen unterschiedliche Massstäbe.

Und manches, was wirklich wesentlich ist, erkennen wir vielleicht ohnehin erst später im Leben.

Und dann beginnt dieses Pingpongspiel im Kopf.

Schreib es.

Wie nur? Mhhh. Mit Humor, als Gedicht? Als Rede? Oder einfach wie einen Brief, so wie früher?

Lass es.

Aber vielleicht hilft es einem anderen Menschen?

Sei ehrlich, aber nicht zu persönlich, denke ich.

Erzähl davon. Vielleicht verlieren andere dann ebenfalls die Scheu, etwas von sich zu erzählen.

Oder, behalte ich es doch lieber für mich?

So vergingen die Monate.

Dabei hatte ich in meinem ersten Text auf Kursiv geschrieben, das ich beinahe selbst vergessen hatte: Manche Geschichten brauchen keine grosse Bühne. Sie brauchen Raum und Stille. Ein Gegenüber, das lies - und auch das wahrnimmt - was zwischen den Zeilen steht.

Vielleicht habe ich ein Jahr gebraucht, um meinen eigenen Anfang wiederzufinden.

Ich weiss nicht, wie viele Menschen diesen Text bis zum Ende lesen werden.

Vielleicht ist Schreiben genau das geblieben, was es für mich immer war: einen Moment festhalten, bevor er verschwindet. Etwas ordnen, das im Inneren keinen festen Platz findet. Und manchmal einem unbekannten Menschen das Gefühl geben, für ein paar Minuten nicht ganz allein mit seinen Gedanken zu sein.

C’est la vie.

Vielleicht bedeutet dieser Satz gar nicht: So ist das Leben eben.

Vielleicht bedeutet er nur:

Das ist das Leben.

Und manchmal lohnt es sich, ihm zuzuhören.

Denn, vielleicht war die Pause nur ein Teil davon.

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MF

Geschrieben von Manuela Frenzel

Veröffentlicht am: 19.9.2026
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Manuela Frenzel schreibt, um das Unsichtbare sichtbar zu machen. Sie glaubt an die Kraft von Worten, die ehrlich sind – und an Geschichten, die berühren, ohne laut zu sein. Als Texterin und Digital Publisher hilft sie Menschen, ihre eigene Stimme zu finden – jenseits von Lautstärke und schnellen Trends. Schreiben ist für sie eine Form, die Welt mit anderen Augen zu sehen und das, was oft ungesagt bleibt, in Worte zu fassen.

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